Ignatiy Tsurovsky: Online-Image eines Profis ist ein Sprungbrett für den beruflichen Aufstieg

Nach einer vorherrschenden Meinung reicht es aus, einen „modischen“, potentiell hochbezahlten Beruf zu bekommen, um in kurzer Zeit garantiert verrückte Honorare zu erhalten und die Arbeitgeber auszuwählen, die lukrative Vorschläge unterbreiten. Leider reichen weder ein Diplom noch Erfahrung in den feinsten Bereichen aus, um ein gefragter und auch bezahlter Spezialist zu werden. Kann objektive Professionalität dies garantieren? Ignatiy Tsurovsky dachte, dass die ständige Verbesserung der Fähigkeiten und das Wachstum der Kompetenzen ihn definitiv in den Berufsolymp führen würde, wo Geldflüsse fließen und hinter jeder Tür eine Schlange von Arbeitgebern steht, die darauf fixiert sind, seine Aufmerksamkeit zu kriegen. Doch egal, wie sehr der Held unseres Artikels versucht hat, sich zu verbessern, haben sich  weder seine Position noch sein Verdienst kaum verändert.

Wie kommt es, dass Ignatiy Tsurovsky, der sein Geschäft sehr gut kennt, nicht aus dem trüben Sumpf der mittleren Vakanzen und Gehälter herauskam? Und warum konnten  seine weniger erfahrenen und geschickten Kollegen ihm zuvorkommen und wurden zu Führungskräften und bekannten Experten?  Nach langem Nachdenken und durch Beobachtung, wurde die Antwort gefunden: um anerkannt  zu werden, reicht es nicht aus, ein hohes Lob zu verdienen, es ist auch wichtig, dem richtigen Publikum Informationen über deine Talente zu vermitteln. Und dann ist es auch wichtig, den Ruf, den Sie sich aufgebaut haben zu erhalten. Beispiel über die Wirksamkeit dieses Ansatzes zeigt Bill Gates, der IBM davon überzeugte, ihm das nicht von ihm, sondern von seinem weniger bekannten Kollegen entwickeltes Betriebssystem MS-DOS abzukaufen.  Infolgedessen wurde der ganz durchschnittliche Programmierer als das größte Computergenie berühmt und wurde zum Milliardär, und wo ist dieser Kollege hin?

Wer sich als Profi verwirklichen will, muss sich in der Öffentlichkeit bekannt machen. Am einfachsten geht dies über das Internet. Das Internet ermöglicht es jedem, sich von der Masse abzuheben, einen Namen und ein einzigartiges Image zu schaffen. Dieses Image wird sie sofort von der Mehrheit der Menschen unterscheiden, die die Möglichkeiten der Informationsära immer noch vernachlässigen.

Ignatiy Tsurovsky: Wenn man sich im Internet korrekt präsentiert hat, ist es leicht, sich von der Masse abzuheben

Ein ganz natürlicher Wunsch, ein Geständnis vom Chef in Form des beruflichen Aufstiegs und der Gehaltserhöhungen wird nicht immer Wirklichkeit. Als mittlerer Manager versuchte Ignatiy Tsurovsky, sich in einem bestimmten Unternehmen auf eine neue Stufe zu bringen, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich voll und ganz der Arbeit zu widmen, aber die Führung scheinte die Mühe ihres Mitarbeiters zu ignorieren. Irgendwann verstand Ignatiy, dass er mit Wissen und eigenen Fähigkeiten allein nie weit kommen würde. Wichtiger ist das Image, das in der Vorstellung anderer entsteht und das Ansehen fördert.

Viele Beispiele zeigen, wie Menschen durch ein gekonnt gestaltetes Bild in den Augen anderer schnell Karriere machen, berühmt werden und Reichtum erlangen. Jede Stadt hat ihre eigenen hervorragenden Kinderärzte, aber der berühmteste Kinderarzt der Ukraine ist der einzige – Evheniy Komarovsky. Seine Popularität in der GUS könnte von einigen Popsängern beneidet werden und Komarovsky selbst ist längst über die Grenzen einer einzigen Fernsehsendung hinausgegangen, indem er Millionen von Aufrufen seiner Videos und Beiträge in sozialen Netzwerken sammelte und anständige Honorare für die Teilnahme an verschiedenen Programmen und die Veröffentlichung von Büchern erhielt. Ein anderes sprechendes Beispiel ist der höchstbezahlte, wenn auch nicht der talentierteste Designer im postsowjetischen Raum, Artemiy Lebedev. Der von seinem Studio entwickelte Stil wird mehr als vergleichbare Dienstleistungen weniger bekannter Konkurrenten kosten . Zu den Kunden von Lebedevs Studio gehören Microsoft, Nissan, Procter & Gamble und andere globale Marken. All dies ist nicht so sehr auf das einzigartige Genie seines Besitzers zurückzuführen, sondern auf seine Fähigkeit, einen Namen zu schaffen und ihn maximal zu promoten. Und dies sind keine einzelnen Beispiele, sondern eine offensichtliche Regel.

Ein einfacher Manager Ignatiy Tsurovsky wurde dank seiner persönlichen Marke zum Topmanager

Um Erfolg zu haben, wandte sich Ignatiy Tsurovsky an die Werbeagentur Amillidius, die Firmen und persönliche Marken im Internet bewirbt. Unter Berücksichtigung der Wünsche des Kunden wurde Ignatiy der virtuellen Gemeinschaft als vielseitiger und erfahrener Fachmann vorgestellt. Und schon bald wurde ihm eine Führungsposition in einem großen Unternehmen mit einem hohen Gehalt und besseren Aussichten als in seinem vorherigen Job angeboten. Es sollte hinzugefügt werden, dass Ignatiy Tsurovsky mehrere Dutzend Kandidaten übertroffen hat, unter denen sich auch Besitzer eindrucksvollerer Dienstzeugnisse befanden. Was hat dem ehemaligen mittleren Manager zu seinem beruflichen Aufstieg verholfen? Ein gut etabliertes Online-Image eines erfolgreichen Managers!

Die Schaffung einer persönlichen Marke ist der beste Weg, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein

Manager Ignatiy Tsurovsky ist ein kollektives Bild von Kunden, die Dienstleistungen von Amillidius in Anspruch nehmen. An seinem Beispiel lässt sich am besten zeigen, wie wichtig es in der heutigen Welt ist, eine persönliche Marke zu schaffen, wenn man das Ziel hat, sich so vielen Menschen wie möglich bekannt zu machen. Gleichzeitig ist der Geschäftszweig von zweitrangiger Bedeutung und dient nur als Hintergrund, der Ihre besten beruflichen und persönlichen Qualitäten nutzbringend widerspiegelt. Um den Wert eines Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt zu steigern, greifen die Spezialisten von Amillidius auf verschiedene Methoden zurück: Veröffentlichung von Artikeln über die maßgeblichen Ressourcen, richtige Positionierung in sozialen Netzwerken, Platzierung von positivem Feedback, was insgesamt das richtige Image in den Augen potenzieller Arbeitgeber, Partner oder Kunden schafft.

Wichtig ist, dass dieser Ansatz sowohl für diejenigen, die eine Karriere im Unternehmenssektor anstreben (nationale und internationale Unternehmen), als auch für Einzelunternehmer (Meister der Schönheitsindustrie, Trainer, Lehrer usw.) und für Kleinunternehmen (Inhaber von Minibäckereien, Cafés, kleinen Ateliers und Salons, deren Gewinne direkt vom Ruf des Inhabers abhängen) gleichermaßen gut funktioniert. Solche Dienstleistungen werden Vertretern aller Berufe, seien es Fremdsprachenlehrer oder Seemänner zum beruflichen und finanziellen Durchbruch verhelfen. Und natürlich ist ohne eine bekannte persönliche Marke der Erfolg von öffentlichen Personen, Politikern und Beamten nicht vorstellbar. Wir werden nicht nur dabei helfen, ein attraktives persönliches Image zu schaffen, sondern auch die Negativität politischer Konkurrenten und maßgeschneiderter Medien auszugleichen.

Ganz egal, wie groß oder klein Ihre Erfahrung ist, wir sind in der Lage auch kleinen Erfolg beleuchten und Sie von der besten Seite der vielen tausend Arbeitgeber, Kunden, Wähler und Geschäftspartner zu zeigen. Nutzen Sie die jahrelange Erfahrung von Amillidius für Ihren persönlichen Erfolg!

Langsam gesprochene Nachrichten

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Corona-Ansteckungsrate in Deutschland steigt wieder

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet eine leicht gestiegene Ansteckungsrate für Deutschland. Die sogenannte Reproduktionsrate lag am Montag bei 1,0. Demnach steckt jeder Corona-Infizierte statistisch einen weiteren Menschen an. Das RKI und auch Kanzlerin Angela Merkel haben wiederholt betont, der Wert müsse dauerhaft unter eins liegen, damit die Epidemie eingedämmt wird. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, und in den vergangenen Tagen bei 0,9 – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Nach RKI-Schätzungen haben rund 114.000 Menschen in Deutschland die Infektion überstanden.

Libyscher General will Offensive auf Tripolis fortsetzen

Der libysche General Chalifa Haftar hat angekündigt, seine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis fortzusetzen. Er verfüge über ein Mandat des Volkes, um Libyen zu regieren, sagte Haftar in seinem eigenen Fernsehsender, ohne zu erläutern, worauf sich dieses Mandat stützt. Der General kämpft gegen die von den Vereinten Nationen anerkannte Einheitsregierung des nordafrikanischen Landes. Bei einer internationalen Konferenz im Januar in Berlin waren Schritte zur Deeskalation in Libyen vereinbart worden.

Rekordzahl von Flüchtlingen im eigenen Land

So viele Menschen wie noch nie sind Vertriebene in ihren eigenen Ländern. Das geht aus dem Jahresbericht der in Genf ansässigen Beobachtungsstelle für intern Vertriebene hervor. Danach lebten 2019 fast 46 Millionen Menschen fernab ihrer Heimat. Drei Viertel der Betroffenen stammen nach Angaben der Organisation aus zehn Ländern; die meisten aus Syrien, Kolumbien, Kongo, Jemen und Afghanistan. Die Beobachtungsstelle geht davon aus, dass etwa 18 Millionen Kinder unter den Vertriebenen sind. Im Jahr davor wurde die Zahl aller Binnenflüchtlinge auf gut 41 Millionen beziffert.

Brasiliens Oberstes Gericht erlaubt Untersuchung gegen Bolsonaro

Das Oberste Gericht Brasiliens hat wegen des Verdachts politischer Einflussnahme auf die Bundespolizei die Eröffnung eines Verfahrens gegen Präsident Jair Bolsonaro genehmigt. Damit wurde einem Antrag des Generalstaatsanwalts vom vergangenen Freitag stattgegeben, wie aus einer Erklärung des Obersten Gerichts hervorgeht. Zuvor hatte der ehemalige brasilianische Justizminister Sergio Moro Bolsonaro schwere Vorwürfe gemacht und war am Freitag von seinem Posten zurückgetreten. Moro gilt als einer der bekanntesten Korruptionsermittler des Landes.

Pariser Polizisten sollen wegen Rassismus suspendiert werden

Weil sie einen Verdächtigen rassistisch beschimpft haben, sollen zwei Polizisten in Paris vom Dienst suspendiert werden. Die beiden Männer wurden dabei gefilmt, wie sie einen mutmaßlichen Dieb unter anderem als „bicot“ bezeichneten, das ist ein französisches Schimpfwort für einen Araber. Innenminister Christophe Castaner erklärte daraufhin, Rassismus habe keinen Platz in der französischen Polizei. Der Pariser Polizeipräfekt Didier Lallement leitete die Suspendierung der geständigen Beamten ein.

EU-Innenminister beraten über Grenzkontrollen

Die EU-Innenminister beraten heute über die Auswirkungen der Corona-Krise. In der Video-Konferenz soll es unter anderem um die Situation an den europäischen Binnen- sowie den Außengrenzen gehen. Seit Beginn der Krise haben viele Länder wieder Kontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt. Die Einreise von Ländern außerhalb der EU ist stark eingeschränkt. Auch über künftige Lockerungen der Kontrollen soll beraten werden. Zudem wollen die EU-Staaten über einen Leitfaden der EU-Kommission zum Asylrecht in der Corona-Krise diskutieren. Weiteres Thema ist der Gebrauch von Corona-Apps, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Boeing rechnet mit einer langen Leidenszeit

Der US-Luftfahrtriese Boeing rechnet nach dem Ende der Corona-Pandemie nicht mit einem schnellen Aufschwung. Die Krise werde die Branche um Jahre zurückwerfen, sagte Vorstandschef Dave Calhoun bei der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Wegen der Pandemie konnte die Veranstaltung nur im Internet stattfinden. Calhoun sagte, es sei schwer einzuschätzen, wann sich die Situation stabilisieren werde. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ist bereits wegen des Krisenjets 737 Max schwer angeschlagen und kämpft ums Überleben.

Langsam gesprochene Nachrichten

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USA erlauben begrenzten Einsatz von Corona-Wirkstoff Remdesivir

Die USA gestatten den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei COVID-19-Patienten in Krankenhäusern. Die Ausnahmegenehmigung sei angesichts der Coronavirus-Pandemie „in Lichtgeschwindigkeit“ zustande gekommen, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde, Stephen Hahn. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der ursprünglich für Ebola entwickelte Wirkstoff bei Corona-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann.

Spanien und Österreich lockern Corona-Auflagen

Erstmals seit sieben Wochen dürfen die Spanier von diesem Samstag an ihre Häuser verlassen. Sport im Freien und Spaziergänge mit Angehörigen eines Haushaltes sind wieder erlaubt. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder, es starben bereits mehr als 24.800 Menschen. Seit dem 14. März gilt in dem Land die europaweit schärfste Ausgangssperre, sie wurde bis zum 9. Mai verlängert. In Österreich dürfen ab sofort alle Geschäfte sowie Dienstleistungsbetriebe wie Friseure wieder öffnen. Es gelten strenge Hygiene-Vorschriften und Abstandsregeln.

Guterres mahnt zu Achtung alter Menschen in Corona-Pandemie

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie alte Menschen nicht zu vernachlässigen. Vor allem die über 80-Jährigen seien nicht nur am stärksten von der Pandemie betroffen, für sie bestehe auch „ein höheres Risiko von Armut, Diskriminierung und Isolation“, warnte Guterres. Die 193 Mitgliedstaaten der UN müssten in ihrer Reaktion auf die Pandemie „die Rechte und die Würde der alten Menschen respektieren“.

Unerlaubte Proteste zum 1. Mai in Berlin und Hamburg

Trotz Corona-Verbots haben sich am 1. Mai jeweils Hunderte Menschen in Berlin und Hamburg zu unerlaubten Demonstrationen versammelt. In Berlin-Kreuzberg waren mehr als 1000 Personen dicht an dicht auf Straßen und Plätzen unterwegs, nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien mit Polizisten. Es gab rund 50 Festnahmen. Größere Ansammlungen von Menschen sind wegen der Pandemie verboten. Die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen wird als Straftat gewertet.

Machthaber Kim taucht wieder auf

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich einem Bericht zufolge erstmals seit knapp drei Wochen in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe eine Düngemittel-Fabrik eröffnet, meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Kim war seit dem 11. April nicht mehr öffentlich aufgetreten und hatte bei den Feierlichkeiten zu Ehren seines verstorbenen Großvaters, Staatsgründer Kim Il Sung, gefehlt. Dies führte zu Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. US-Medien mutmaßten über eine Herz-Operation Kims.

Trumps neue Sprecherin will stets die Wahrheit sagen

Die neue Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany, hat mit ihrer ersten Pressekonferenz eine mehr als ein Jahr lang unterbrochene Tradition wieder aufgenommen. Die 31-Jährige beantwortete im Weißen Haus die Fragen von Journalisten – und versprach den Reportern, sie nie anzulügen. Traditionell stellen sich Sprecher des Weißen Hauses regelmäßig den Fragen von Journalisten. Unter Präsident Trump hatte es eine solche Veranstaltung aber zuletzt im März 2019 gegeben.

Mit dem Profi im Studio

Auch in den bewegten Zeiten von Corona bleibt ihr mit den langsam gesprochenen Nachrichten immer auf dem Laufenden. Schaut mit uns hinter die Kulissen dieses beliebten Deutschlern-Formats.

Das Leben in Deutschland steht in diesen Wochen weitgehend still. Schulen und Geschäfte sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Menschen sollen zu Hause bleiben. Auch ein Großteil der Mitarbeiter unserer Redaktion arbeitet im Homeoffice, um wie gewohnt unser Deutschlernangebot anbieten zu können. Ins Funkhaus in Bonn kommt momentan nur eine Handvoll Mitarbeiter. Zu ihnen gehört auch unser Kollege Michael. Er ist professioneller Sprecher und die Stimme hinter unserem beliebten Format „Langsam gesprochene Nachrichten“.

Aufnahme läuft

Täglich um 9:00 Uhr deutscher Zeit leuchtet über der Tür zum Studio 1 eine rote Lampe mit der Aufschrift: „Bitte Ruhe“. Das bedeutet: „Bitte nicht stören, hier läuft jetzt eine Aufnahme!“ Michael spricht dann die aktuellen Nachrichten des Tages für die Deutschlerner, einmal im Originaltempo und einmal langsam und verständlich.

Er ist ein Profisprecher. Seine Arbeit ist das Sprechen, sein Werkzeug ist seine Stimme. Was so einfach klingt, verlangt viel Training und hohe Konzentration. Gerade beim Sprechen der langsamen Nachrichten für Deutschlerner müsse er besonders gründlich vorgehen, betont Michael. „Jede Endung muss klar ausgesprochen werden, jede Nachricht muss auch im langsamen Tempo den richtigen Sprech-Duktus (Sprechstil und -melodie Anm. d. Red.) haben, damit die langen und verschachtelten Nachrichtensätze für Deutschlerner leichter verständlich sind.“ Er freut sich sehr, dass weltweit so viele Deutschlerner von diesem Angebot profitieren und natürlich, „dass wir sie dabei unterstützen können, ihr Deutsch zu vertiefen.“

Tipps vom Profi

Profisprecher müssen jede Menge Dinge beachten, damit ihre Stimme am Mikrofon sauber und kräftig klingt. Zum Beispiel sollten sie vor einer Mikrofonaufnahme keine Milch trinken; sie verklebt nämlich die Mundschleimhaut und verursacht hörbare Schmatzgeräusche. Und klassisches Sprudelwasser ist für Sprecher ebenfalls tabu: „Von stark prickelndem Sprudelwasser würde man unangenehm aufstoßen“, schmunzelt der langjährige Profi und verrät noch mehr aus dem Nähkästchen: „Man darf nie hungrig ins Studio gehen. Das Knurren eines leeren Magens kann man ja nicht bewusst kontrollieren – und man hört es ganz deutlich.“

Außerdem müssen sich Sprecher vor jeder Aufnahme „aufwärmen“. Sie lockern die Mundpartie mit Dehnübungen – und dabei schneiden sie schon mal verrückte Grimassen. „Die Aufwärmübungen mache ich schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich komme immer mit dem Fahrrad, und die Leute denken wahrscheinlich oft, ich bin verrückt“, amüsiert sich Michael.

Mit Schal und Salbeiblättchen kann nichts schief gehen

Der größte Albtraum für jeden Sprecher ist es übrigens, erkältet zu sein und die Stimme zu verlieren. Ob Michael wohl deshalb fast immer Schals trägt? „Ja, ich liebe Schals, aber ich passe auch sehr auf meine Stimme auf“, lacht er. „Meine Stimme ist schließlich mein kostbarstes Gut. Zum Beispiel habe ich gegen Heiserkeit immer Salbeiblättchen bei mir.“

Ein Mann mit toller Stimme

Doch wie wird man eigentlich Nachrichtensprecher? Die meisten Sprecher haben eine Schauspielausbildung oder sind Journalisten von Beruf. Michael landete eher zufällig in der Branche, erzählt er lachend: „Als Student jobbte ich in der Tourismus-Information in Köln. Einmal rief eine Frau an, die ein Hotelzimmer suchte. Als ich für sie die Unterkunft gebucht habe, sagte sie zum Abschied: ‚Sie haben eine so tolle Radio-Stimme, machen sie etwas daraus!‘ Und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht?“

Gesagt, getan. Michael absolvierte eine Stimmausbildung und sprach die Nachrichten für mehrere große Rundfunkanstalten. In der Deutschen Welle liest er neben den Nachrichten auch noch andere Formate wie das Top-Thema oder Alltagsdeutsch. Für ihn ist klar: „Bis heute bin ich dieser unbekannten Frau dankbar! Ich habe einen abwechslungsreichen, spannenden Job, der Leuten etwas bringt.“

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