Beschluss von Bund und Ländern: 5000 neue Stellen für Gesundheitsämter

Beschluss von Bund und Ländern: 5000 neue Stellen für Gesundheitsämter

In der Corona-Krise kommt den Gesundheitsämtern in den Kommunen eine wichtige Rolle zu: Sie müssen Kontakte nachverfolgen und Tests anordnen. Bislang jedoch waren die Behörden vielfach unterbesetzt. Das soll sich nun ändern.

Bund und Länder wollen als Konsequenz aus der anhaltenden Corona-Pandemie bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schaffen. In einem ersten Schritt solle es bis Ende 2021 mindestens 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben, teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci, mit.

Neben den neuen Stellen geht es um eine bessere Digitalisierung der Gesundheitsämter und -behörden sowie darum, die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst attraktiver zu machen und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die 375 Gesundheitsämter spielen etwa beim Verfolgen von Infektionsketten sowie bei Anordnungen von Tests und Quarantäne eine wesentliche Rolle.

Gesundheitsämter „zu oft nicht optimal ausgerüstet“

„Wir sind noch mittendrin in der Pandemie“, sagte Spahn in einer Pressekonferenz. Es gehe nun darum, aus den ersten Erfahrungen für das neue Jahrzehnt zu lernen. Spahn dankte ausdrücklich den Mitarbeitern der Gesundheitsämter. Die Corona-Kontaktnachverfolgung sei eine aufwendige Arbeit – und der öffentliche Gesundheitsdienst sei „zu oft dafür nicht optimal ausgerüstet“ gewesen. Auch Kalayci stellte fest: „Kritisch kann man zurückblickend sagen, dass sowohl in den Ländern als auch in den Kommunen, wenn es um Ausstattung von Behörden ging, die Gesundheitsämter in der Prioritätenliste nicht ganz weit oben waren.“

Der schwarz-rote Koalitionsausschuss hatte sich am 22. Juni darauf geeinigt, für die Umsetzung eines „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ insgesamt vier Milliarden Euro bis zum Jahr 2026 zur Verfügung zu stellen. Im Bund-Länder-Beschluss heißt es nun, die an dem Pakt Beteiligten seien sich einig, dass für dessen Umsetzung die Mitwirkung der kreisfreien Städte und Landkreise wesentlich sei.

Merkel will sich mit Behördenmitarbeitern austauschen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich nach eigener Aussage am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz mit den Verantwortlichen darüber austauschen, „wie die Arbeit in den Gesundheitsämtern vor Ort abläuft, welche Herausforderungen sich stellen und wo die Politik helfen kann“. Die Bundesregierung habe „schon einiges auf den Weg gebracht, um den Gesundheitsämtern schnell zu helfen“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. So habe etwa das Robert-Koch-Institut (RKI) zusätzliche Mitarbeiter für die Gesundheitsämter ausgebildet, und Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr leisteten Unterstützung bei Corona-Tests.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. September 2020 um 13:00 Uhr.


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